Wann und wie hilft Physiotherapie?
Aktiv für den gesunden Rücken
Wer viel im Büro sitzt und auch in seiner Freizeit wenig körperlich aktiv ist, hat meist eine zu schwache Bauch- und Rückenmuskulatur.
Die Bandscheiben, die wie kleine Stoßdämpfer zwischen den Wirbelknochen liegen, werden dann zu stark belastet und langfristig sogar geschädigt.
Mangelnde Bewegung, einseitige Belastung und Fehlhaltungen haben eindeutige Folgen: Jede 5. Krankschreibung ist auf Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule zurückzuführen.
Der Rücken steht auf der Liste der krankheitsbedingten Ausfälle ganz oben. Physiotherapie hilft, Beschwerden vorzubeugen, den Rückenschmerz aktiv zu bekämpfen und die Wirbelsäule zu entlasten.
Als längst überholt gilt bei Physiotherapeuten die noch immer weit verbreitete Vorstellung, man müsse sich bei Rückenschmerzen schonen.
Viele Menschen, die schon einmal unter heftigen Rückenschmerzen gelitten haben oder dauerhaft davon betroffen sind, haben jedoch Angst vor diesem Schmerz.
Das führt dazu, dass sie sich noch mehr verkrampfen und in eine Schonhaltung gehen, anstatt sich angepasst zu bewegen und damit die Schmerzen abzubauen.
Wer sich nicht bewegt, setzt einen Teufelskreis in Gang, der in lang anhaltenden Rückenschmerzen enden kann.
Mangelnde Bewegung fördert Fehlhaltungen, schwächt die Muskulatur und mindert die Funktion des Bewegungsapparats, was wiederum zu Schmerzen führt.
Physiotherapeuten können hier gezielt ansetzen: Wärme tut den verspannten Muskeln gut und schafft Linderung. Leichte Dehnübungen können helfen, die Schmerzblockaden zu lösen.
Der Schwerpunkt der Arbeit von Physiotherapeuten besteht jedoch darin, die Bewegungsabläufe des Patienten zu analysieren und korrigierend einzugreifen.
Die Bewegungsspezialisten kennen die Details der Körperstrukturen genau und helfen mit der Mobilisation einzelner Wirbelsäulenabschnitte sowie der Dehnung von Gewebestrukturen.
Die Therapeuten entwickeln mit ihren Patienten zudem ein individuelles Übungsprogramm z. B. mit einer gerätegestützten Krankengymnastik.
Die physiotherapeutische Behandlung:
Der/die PhysiotherapeutIn (früher KrankengymnastIn) arbeitet gemeinsam mit dem Patienten daran:
•Störungen der Gesundheit vorzubeugen sowie
•Funktionen und Fähigkeiten zu erhalten, wieder herzustellen und zu verbessern.
Gestützt auf die Diagnose des Arztes erstellt der Physiotherapeut seinen Befund. Das heißt, er untersucht den Patienten, um die Art von Funktionsstörungen bzw. Schmerzen festzustellen.
Zur Behandlung stehen dem Physiotherapeuten verschiedene Behandlungstechniken zur Verfügung, die er entsprechend den Ergebnissen seiner Befunderhebung einsetzt.
Dazu gehören zunächst Grundtechniken der Physiotherapie, aber auch spezielle Verfahren, wie z. B. Manuelle Therapie, Cyriax, Bobath und Vojta, die der Therapeut durch gezielte Weiterbildungen erlernt.
Die Physiotherapie umfasst außerdem das gesamte Spektrum der physikalischen Therapie, wie z. B. Massage, Elektro-, Thermo- und Hydrotherapie, das begleitend eingesetzt wird.
Die Einsatzbereiche der Physiotherapeuten:
Zu den Aufgabenfeldern eines Physiotherapeuten gehören die medizinischen Bereiche der:
•Prävention, d. h. der vorbeugenden Maßnahmen
•Kuration, d. h. das Behandeln akuter und chronischer Beschwerden
•Rehabilitation, d. h. Maßnahmen zur Wiedereingliederung in Arbeit, Beruf und Gesellschaft.
Die Physiotherapie bietet dabei ein großes Behandlungsspektrum. Bei Erkrankungen aus jedwedem medizinischen Fachbereich in allen Altersstufen (vom Säugling bis zum Senioren) hilft die Physiotherapie mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.
Genannt werden können hier z. B.:
•Schmerzen im Hals-, Brust- oder Lendenwirbelbereich
•operatives Einsetzen eines neuen Gelenks
•Verletzungen der Weichteile und/oder der Knochen
•operative Eingriffe an inneren Organen
•Gefäßerkrankungen
•Erkrankungen der Atemwege
•Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
•neurologische Erkrankungen, wie Schlaganfall, Multiple Sklerose etc.
•Entwicklungsverzögerungen bei Säuglingen, Kleinkindern.